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Das Weingut Zeni und seine flüssigen Liebeserklärungen

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GeschmackTrocken
RebsorteGarganega - Soave
Jahrgang
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Wenn Sie jemals am Gardasee waren, kennen Sie das Gefühl: Diese magische Mischung aus italienischer Leichtigkeit, dem Duft von Zitronenbäumen, dem Glitzern des Wassers und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass das Leben eigentlich immer so sein sollte. Genau dieses Gefühl füllt das Weingut Zeni seit über 150 Jahren in Flaschen. Und ehrlich gesagt: Sie machen das verdammt gut.

Eine Familie, ein See, eine Mission

Die Geschichte der Familie Zeni beginnt 1870 in Bardolino, jenem malerischen Städtchen am Ostufer des Gardasees, das nicht nur Postkartenmotive liefert, sondern auch einen der unterschätztesten Weine Italiens: den Bardolino. Während andere Regionen mit großen Namen und noch größeren Egos protzen, haben die Zenis über Generationen hinweg etwas viel Klügeres getan: Sie haben einfach richtig guten Wein gemacht. Heute wird das Weingut von Fausto und Federica Zeni geführt – zwei Menschen, die verstanden haben, dass Tradition und Innovation keine Feinde sind, sondern beste Freunde, die sich bei einem Glas gegenseitig auf die Schulter klopfen. Ihre Weinberge erstrecken sich über die sanften Hügel rund um Bardolino, wo die Reben von der Sonne verwöhnt werden und der Gardasee als natürliche Klimaanlage fungiert.

Chiaretto: Der Rosé, der keiner sein will (aber einer ist)

Kommen wir zum Elefanten im Raum – oder besser gesagt: zum lachsrosanen Schwan im Weinglas. Der Chiaretto di Bardolino ist der heimliche Star im Zeni-Portfolio, und er ist so viel mehr als „nur" ein Rosé. In Italien nennt man ihn nicht Rosé, sondern Chiaretto – was „hell" oder „klar" bedeutet und den Wein klanglich schon mal deutlich eleganter macht als seinen französischen Cousin. Der Chiaretto von Zeni wird aus den autochthonen Rebsorten Corvina, Rondinella und Molinara gemacht – also genau jenen Trauben, die auch im berühmten Valpolicella und Amarone zum Einsatz kommen. Nur dass hier niemand jahrelang auf den perfekten Trinkreife-Moment warten muss. Der Chiaretto ist sofort bereit: für den Aperitif, für gegrillten Fisch, für laue Sommerabende, für Montage, die sich wie Freitage anfühlen sollen. Besonders die Vigne Alte-Version – also die Selektion von alten Reben – zeigt, dass Chiaretto weit mehr kann als hübsch aussehen. Hier treffen Tiefe, Struktur und Mineralität auf eine Fruchtigkeit, die so frisch ist, als hätte jemand gerade Erdbeeren und Himbeeren durch einen venezianischen Brunnen gejagt.

Soave: Der stille Held unter den Weißweinen

Wer denkt, Zeni sei nur am Gardasee zu Hause, irrt. Die Familie besitzt auch Weinberge in der benachbarten Soave-Region – und produziert dort einen Soave Classico, der zeigt, was die unterschätzte Garganega-Traube wirklich draufhat. Soave hat jahrzehntelang unter seinem Ruf als „Massenwein für Pizzerien" gelitten. Aber Winzer wie Zeni haben es geschafft, dem Wein seine Würde zurückzugeben. Ihr Soave Classico kommt aus der historischen Kernzone, von vulkanischen Böden, die dem Wein eine mineralische Tiefe verleihen, die man sonst nur von deutlich teureren Chablis kennt. Im Glas: Zitrus, weiße Blüten, Mandel, Feuerstein – und diese typische salzige Frische, die man sofort trinken oder auch ein paar Jahre liegen lassen kann. Ein Wein, der zu Meeresfrüchten genauso gut passt wie zu einer spontanen Entscheidung, das Leben doch nicht ganz so ernst zu nehmen.

Valpolicella und der große Bruder Amarone

Natürlich macht Zeni auch Rotwein. Und zwar richtig guten. Der Valpolicella ist der freundliche, zugängliche Typ: fruchtig, leicht, perfekt zum Pasta-Abend. Nicht zu schwer, nicht zu kompliziert, einfach nur: schön. Und dann gibt es da noch den Amarone della Valpolicella – den großen Bruder, der ein bisschen länger studiert hat, etwas mehr erlebt hat und jetzt in tiefsinnigen Metaphern spricht. Amarone entsteht durch das Appassimento-Verfahren, bei dem die Trauben nach der Lese auf Strohmatten oder in Holzkisten getrocknet werden. Das Wasser verdunstet, der Zucker konzentriert sich, die Aromen verdichten sich. Das Ergebnis: ein Rotwein von unglaublicher Kraft, Süße (aber trocken!), mit Noten von getrockneten Kirschen, Schokolade, Tabak und einer Wärme, die einen auch im tiefsten Winter an den Gardasee träumt. Der Amarone von Zeni ist kein Wein für jeden Tag – außer, Ihr Alltag besteht aus Trüffel-Risotto und philosophischen Gesprächen am Kamin. Aber wenn Sie ihn öffnen, wird er Sie daran erinnern, warum Italien in Sachen Wein einfach unschlagbar ist.

Das Weinmuseum

Wo die Vergangenheit nicht verstaubt Wer das Weingut besucht (und das sollten Sie!), kommt am hauseigenen Weinmuseum nicht vorbei. Hier hat die Familie Zeni über Jahrzehnte Werkzeuge, Dokumente und Kuriositäten gesammelt, die die Geschichte des Weinbaus am Gardasee erzählen. Von antiken Pressen bis zu historischen Etiketten – das Museum ist wie eine Zeitreise, nur ohne die lästigen Paradoxien. Und das Beste: Danach gibt es eine Verkostung. Denn was bringt schon die ganze Theorie, wenn man nicht auch praktisch ran darf?

Cantina Zeni in Bardolino: Das Kult-Weingut vom Gardasee - Wein-Port Weinversand. La Dolce Vita in Flaschen: Entdecken Sie das Weingut Zeni am Gardasee! Von fruchtigem Chiaretto bis zum edlen Amarone – ein launiges Porträt der Cantina.