Spätburgunder (Pinot Noir) – der Vater der Burgunder-Weine

Bei dem Spätburgunder handelt es sich nicht um eine besondere Form des Burgunders, vielmehr ist der Spätburgunder die Urform der Burgunder-Familie. Als solche hat er sich seit der Römerzeit stets weiterentwickelt und galt bereits zur Zeit Karl des Großen als eine erstklassige Rebsorte, die sich für gehobene Ansprüche eignet.

Die auch als Pinot Noir bekannte Rebe zeichnet sich durch einen späteren Reifezeitpunkt aus als andere Burgunder-Sorten. Womöglich ist es genau dieser Reifezeitpunkt, der die Traube so schmackhaft macht.

Die Namensherkunft des Spätburgunders

Die Frage nach der Namensherkunft “Spätburgunder” stellt sich eigentlich nicht. Da der Spätburgunder zur Familie der Burgunder gehört und später zur Reife kommt als verwandte Rebsorten, trägt er den Namen Spätburgunder.

Burgunder heißt die Rebe deshalb, weil diese Weine ursprünglich aus Frankreich und dort aus der Region Burgund stammen. Noch heute wird der Burgunder und damit auch der Spätburgunder trocken nicht überall angebaut. Er ist recht anspruchsvoll und benötigt ganz bestimmte Bedingungen, um seinen altbekannten Geschmack entfalten zu können.

Spätburgunder Lexikon

Wie schmeckt ein Spätburgunder?

Der erste Blick in Richtung des trockenen Rotweins lässt den Geschmack bereits vermuten. Der Spätburgunder bringt einen vollmundigen Charakter mit und gehört nicht zu den leichteren Weinen. Seine beerige Note kommt klar zum Vorschein. Daneben ist ein Hauch von süßlich duftender Erdbeere und ein wenig einer ausgereiften Kirsche zu schmecken und zu riechen.

Im Abgang kommt ein nach Mandel schmeckendes Aroma hinzu und alles in allem ist Spätburgunder Wein ein Geschmackserlebnis für jüngere und ältere Menschen mit einer Affinität zu klassischen Rotweinen.

Der Spätburgunder kann jedoch je nach Herstellung und Lagerung im Weingut ganz unterschiedlich schmecken. Reifte er in einem Holzfass heran, so kommt ein herber Geschmack nach Vanille hinzu. Das macht den Spätburgunder zur idealen Ergänzung zu hochwertigen Gerichten.

Bei diesen Gerichten darf der Rotwein nicht fehlen

Zu einem schweren Wein sollte es auch ein schweres Gericht geben. Diese Devise sollte für jeden Weinkenner gelten. Beim Pinot Noir ist das ebenso der Fall, sodass dies kein Wein für den Sommer ist. Die meisten Kenner genießen ihn an kühlen Wintertagen und trinken ihn in wohliger Zweisamkeit. Auch im Restaurant gehört der Spätburgunder selbst bei einer kleinen Weinkarte zu den Klassikern und wird vorzugsweise zu deftigen Speisen empfohlen. Er passt daher vor allem zu rotem Fleisch und ist eine gute Ergänzung zu Wild, Lamm, Rind, Gans und Ente. In Frankreich genießt man ihn zudem zu Snacks und zu einem guten Käse.

Für Köche gut zu wissen: Spätburgunder Wein gehört unbedingt in eine gute Bratensoße. Auf diese Weise erhält die Sauce einen ganz feinen Geschmack und wertet das gesamte Gericht auf. Wer möchte, kann ihn auch zur Herstellung von Pralinen, Desserts oder beim Backen einsetzen. Vor allem schokoladige Kuchen mit Beerenfüllung bieten sich für den Pinot Noir an. Auch Gelee lässt sich mit bestem Spätburgunder problemlos herstellen.

Der blaue Farbton des Spätburgunders

Ein weiterer alternativer Name für den Spätburgunder ist manchmal auch Blauburgunder. Beim genauen Hinsehen auf dem Weinberg ist diese Blaufärbung jedoch nicht auf die ganze Traube verteilt. Sie bezieht sich ausschließlich auf die Haut der Trauben. Im Inneren der Traube ist der blaue Farbstoff nicht enthalten.

Um dem Spätburgunder einen hochwertigen blauen Touch zu verleihen, brauchen Winzer bestimmte Kenntnisse. Diese entwickelten sie erst mit der Zeit. Lassen sie die Trauben nach der Verarbeitung der Ernte länger in sich arbeiten, so löst sich die Färbung heraus und geht auf das Fruchtfleisch über. In der Folge erhält der Rotwein Spätburgunder eine dunkle Farbe.

Doch aufgepasst: Eine hellere Farbe des Spätburgunders ist nicht mit einem Qualitätsmangel gleichzusetzen. In der Tat sind die meisten Spätburgunder etwas heller und bringen dennoch einen kräftigen Geschmack mit. Die Trauben sind schließlich die gleichen. Ein Vergleich der Sorten mit verschiedenen Farben ist durchaus lohnenswert und vor allem für Feinschmecker ein absolutes Muss.

Hier wird Pinot Noir angebaut

Obwohl die Rebsorte recht empfindlich ist und sich daher nicht für jedes Weinbaugebiet eignet, findet sie sich dennoch in zahlreichen Ländern vor und macht dort einen nicht unerheblichen Absatz aus. Natürlich sind Winzer in Frankreich noch immer einer der größten Hersteller des Qualitätsweins. In Frankreich selbst kommt die Rebsorte Pinot Noir bevorzugt in der Champagne, im Elsass und natürlich in der Region Burgund vor.

Abgesehen von Frankreich stellen folgende Länder Spätburgunder Wein her:

  • Deutschland
  • Schweiz
  • Österreich
  • Italien
  • USA
  • Frankreich


Besondere Bedürfnisse der edlen Traube

Weinwissen: Spätburgunder kommt nicht überall auf der Welt vor, doch aufgrund seiner Bedürfnisse findet sich in den meisten Ländern mindestens ein passendes Weinanbaugebiet (z.B. in Deutschland: Pfalz oder Baden). Doch generell gilt zu sagen, dass die Sorte aufgrund ihrer vergleichsweise dünnen Haut nicht sehr sicher ist.

Äußere Einflüsse können ihr rasch zusetzen und die gesamte Weinbau gefährden. Spätburgunder kämpft daher häufig mit Fäulnis. Daneben sollte der Standort (Italien) dieser Rebsorten nicht zu heiß sein und auch eine windige Region (Deutschland) kommt während der Reifezeit für den Rotwein Spätburgunder nicht in Frage.

Die Formen des Spätburgunders

Wer sich einen der edelsten Rotweine kaufen will und hierbei ausschließlich trockene Qualitätsweine in Betracht zieht, für den ist der Spätburgunder eine sehr gute Wahl. Dieser Wein wird fast ausschließlich als trockenes Exemplar produziert. Halbtrockene Weine sind daher sehr selten. Doch manche Spätburgunder sind der lieblichen Richtung zuzuordnen. Diese sind ebenso sehr wohlschmeckend, da sie einen höheren Zuckeranteil aufweisen.

Was viele Weinkenner nicht wissen: Die Rebsorte Pinot Noir ist auch bei der Herstellung von Sekt willkommen. Zwar gibt es nicht allzu viele Schaumweine, die auf einem Spätburgunder beruhen, doch es gibt sie. Wer sich den Roséweinen verschrieben hat, findet auch innerhalb dieser Kategorie einige Weine mit Spätburgunder als tragende Rebsorte.

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