Rotwein / Teneriffa / Spanien. Wenn Sie die Nase in ein Glas 7 Fuentes halten, weht Ihnen sofort die atlantische Brise entgegen. Im ersten Moment riecht er leicht nach Aromen, die an frisch entzündete Streichhölzer oder nassen Feuerstein erinnern. Dann drängelt sich sofort eine irre Würze nach vorne: Frisch gemahlener weißer Pfeffer, ein Hauch von wilden Kräutern und eine glasklare, herbe Frucht, die an Sauerkirschen und zerdrückte Preiselbeeren erinnert. Das riecht nicht nach schwerer Arbeit, das riecht nach purer Energie. Der Rotwein hat fast keine Tannine. Stattdessen knallt er mit einer unfassbar saftigen, vibrierenden Frucht über die Zunge. Er ist schlank, präzise und hat einen extremen Zug. Im Abgang schmecken Sie förmlich die salzige Vulkanmineralik. Legen Sie ihn für gute 45 Minuten in den Kühlschrank, bis er knackige 14 bis 15 Grad hat. Nur in diesem leicht unterkühlten Zustand zeigt er seine geniale Frische und diesen unglaublichen „Glou-Glou“-Faktor. Das Menü: Ja, Rotwein zu Fisch! Grillen Sie sich ein dickes Thunfisch-Steak (innen gerne noch roh) mit einer Pfefferkruste. Die Power des Suertes del Marques und die Röst-Pfeffer-Aromen des Fisches tanzen Tango auf Ihrer Zunge. Musik Tipp: Tinariwen – „The Clerics“. Wüsten-Blues aus der Sahara. Das passt perfekt zur trockenen, heißen Atmosphäre des Weinbergs.
Rebsorte: Castellana Negra / Listán Negro
Geschmack: trocken
Weinregion: Valle de la Orotava
Alkohol: 12,5 % vol
Säuregehalt: 5,0 g/l
Allergenhinweis: Enthält Sulfite
Erzeuger/Abfüller: Propiedad Vitícola Suertes del Marqués (SOAGRANORTE, S.L.) / DOMICILIO: C/ Tomás Zerolo, 15 / La Orotava - CP38300 / Teneriffa / Spanien
Suertes del Marques 7 Fuentes 2021
Crew-Index: 4 Gläser / 84 Punkte
Balanciert, typisch und delikat - Bemerkenswerter Weißwein zum Genießen an Bord.
Die Kanaren sind für Wein-Nerds das, was ein Spielzeugladen für Fünfjährige ist. Weil die Reblaus (ein fieser Schädling, der im 19. Jahrhundert fast alle europäischen Weinberge vernichtet hat) es nie über den Atlantik geschafft hat, stehen hier noch uralte, wurzelechte Reben. Für den 7 Fuentes ("Sieben Quellen") wird hauptsächlich die lokale Super-Traube Listán Negro verwendet. Die Reben wachsen an den Steilhängen des Teide-Vulkans und werden zu irren, meterlangen Zöpfen geflochten (Cordón Trenzado). Man trinkt hier also keinen hochgezüchteten Mainstream-Saft, sondern pure, unverfälschte Insel-Historie aus schwarzer Vulkanasche. Das Weingut wird von Jonatan García Lima geführt, einem Mann, der aussieht, als könnte er auch in einer Rockband spielen. Er hat alte, fast vergessene Weinberge im Norden Teneriffas wiederbelebt. Er macht keine Weine für den Massenmarkt. Er macht Weine, die die Seele der Insel zeigen – rau, schön und ungeschminkt.