Weißwein / Languedoc-Roussillon / Frankreich. Wer bei La Grande Ourse (Der Große Bär) zunächst an Astronomie denkt, liegt gar nicht so falsch. Denn dieser Wein ist tatsächlich ein kleines Himmelsereignis – auch wenn man für seine Entdeckung kein Teleskop, sondern lediglich einen Korkenzieher benötigt. Gießt man den La Grande Ourse blanc ins Glas, leuchtet er einen in einem satten, sonnigen Strohgelb an. Wenn man die Nase darüberhält, passiert Folgendes: Man steht plötzlich nicht mehr in seinem heimischen Wohnzimmer, sondern auf einem staubigen Feldweg irgendwo zwischen Narbonne und Perpignan. Es duftet nach der „Garrigue“ – jenen wilden südfranzösischen Kräutern, nach Thymian, wildem Fenchel und einem Hauch Rosmarin. Dazu gesellt sich die saftige Aromatik von reifem Pfirsich und ein bisschen Aprikose. Im Mund wechseln sich Honigmelone, Zitruszesten und eine feine, salzige Mineralik ab, die vom nahen Mittelmeer herüberzuwehen scheint. Der Abgang ist lang. Sehr lang. So lang, dass man in der Zeit bequem das namensgebende Sternbild am Nachthimmel suchen könnte – vorausgesetzt, es ist dunkel und man hat nach dem zweiten Glas noch den nötigen Fokus. Er ist somit der perfekte Begleiter für Abende, an denen man eigentlich nur einen kleinen Salat essen wollte, dann aber doch das halbe Baguette in die Aioli taucht.
Rebsorte: Bourboulenc / Grenache Blanc / Roussanne
Geschmack: trocken
Weinregion: Languedoc-Roussillon
Alkohol: 14,0 % vol
Allergenhinweis: Enthält Sulfite
Erzeuger/Abfüller: Domaine La Grande Ourse / 248 South Garenne Road / Grand Dévès Business Park / 26790 Tulette / Frankreich
La Grande Ourse blanc 2023 Domaine La Grande Ourse
Crew-Index: 5 Gläser / 91 Punkte
Balanciert, typisch und delikat - Bemerkenswerter Weißwein zum Genießen an Bord.
Das Languedoc-Roussillon, dieser herrlich wilde Streifen im Süden Frankreichs, ist ja eigentlich berühmt für Rotweine, die so dunkel und schwer sind, dass man sie fast kauen kann. Doch die weißen Gewächse der Region sind die heimlichen Superstars – quasi die Ritter des Südens. Manche Weine heißen nach verstaubten Schlössern, andere nach unauffindbaren Hügeln. Und dann gibt es Wein, die heißen nach einem Sternbild. Der La Grande Ourse blanc (der Große Bär) ist so ein Kandidat. Wenn man diesen Namen auf dem Etikett liest, erwartet man entweder ein astronomisches Erlebnis oder einen ziemlichen Brummbären im Glas. Die gute Nachricht vorweg: Dieser Bär brummt nicht. Er tanzt. Der Ourse blanc vom Winzer Pascal Chalon ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass auch der Süden weiße Meisterwerke im biodynamischem Anbau hervorbringt, die nicht gleich ein Loch in die Haushaltskasse reißen. Er ist launig, er ist charmant, er hat Charakter und er zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht.